Südsee 2009

Dies war eine Traumreise im wahren Sinne des Wortes. - Am 29. März ging es ab Düsseldorf via London und Los Angeles nach Rarotonga (gehört zu den Cook Inseln und ist zugleich deren Hauptinsel), wo uns Papa Jake mit einem Liedchen begrüßte. Nach ungefähr 22,5 Stunden effektiver Flugzeit plus Zwischenaufenthalten waren wir dann am 30. März am Ziel.

Die erste Zeit regnete es zwar mehrfach, aber das machte nichts, denn das Meer, die Wärme, die Pflanzen, die netten Leute und die Stimmung ließen uns die paar Wolken und Regentropfen vergessen. Der erste verblüffende Eindruck war die Ruhe, Gelassenheit und Freundlichkeit der Insulaner im Straßenverkehr (wir hätten schon längst geflucht) und auch in allen anderen Dingen. Auf Rarotonga besichtigten wir die Insel, sahen uns eine Tanzvorführung an, besorgten einen Kokosnuß-BH, einen Führerschein für mich, schnorchelten, testeten die einheimischen Leckereien und genossen die Natur und die Ruhe.

Amber, Rongo und Bill, die Chefs unseres Hotels, organisierten für Annette sogar eine kleine Tanzstunde, die von Rose, einer ehemaligen Miss Cook Islands, durchgeführt wurde. - Alle hatten dabei viel Spaß.


Nach einer Woche ging es dann schon (die Zeit verging schneller als im Flug) für zwei Tage weiter nach Atiu, einer ganz kleinen Insel mit heute ungefähr 450 Einwohnern.

Am ersten Abend gab es eine Überraschung, denn wir entdeckten beim Abendessen unter den vielen Flaggen, die unter der Decke des Hotel-Restaurants (Kura's Kitchen ) angebracht waren, eine Fahne unserer alten Heimatstadt Cottbus. - Und die Überraschung war noch viel größer im Oktober 2009, denn da lernten wir bei einer Fete zufällig diejenige kennen, die die Fahne angebracht hatte.

Am nächsten Morgen zeigte uns Birdman George die Vögel der Insel; wahrscheinlich hatten die Mücken während der Exkursion mehr von uns als wir von der Tour. Am Nachmittag machten wir dann eine Höhlentour, bei der wir die Kopeka-Schwalbe sahen. - Diese Schwalbe kann dank Ultraschall auch in völliger Dunkelheit, die ja in einer Höhle herrscht, fliegen.

In der zweiten Nacht wurden wir durch merkwürdige Geräusche wach. Dem gingen wir natürlich nach und entdeckten in unserem Küchenschrank in der Schublade eine Pazifik-Ratte, die am Holz nagte. - Die Ratte dort war nicht wegen mangelnder hygienischer Zustände dort, sondern hatte sich von außen „durchgebissen“, um an unsere Speisen zu kommen. Die Ratten sind in Kokosnüßen, die auf die Insel gebracht worden sind, nach Atiu gelangt und haben sich wegen der guten Bedingungen (Kokosnüße fallen überall herunter) reichlich vermehrt.

Am letzten Tag sahen wir uns die Plantage und die Atiu Coffee Factory, die vom Deutschen Jürgen Manske-Eimke geleitet wird, sowie das Atiu Fibre Arts Studio seiner Frau Andrea Eimke an. Am Nachmittag ging es dann weiter nach Aitutaki.


Auf Aitutaki machte ich mich zuerst auf die Jagd nach neuem Mückenschutz, da auch das Paradies leider nicht perfekt ist; die Mücken fanden mich günstigerweise weniger lecker, aber Annette war für die Biester unwiderstehlich. Irgendwie war in den ersten Geschäften nichts mehr zu haben, so daß ich etwas weiter gehen mußte. Auf dem Rückweg nahm mich dann netterweise ein Einheimischer auf dem Moped mit, was mir bei der Wärme sehr gelegen kam.

Gleich am ersten Tag sahen wir aus der Ferne ein Kreuzfahrtschiff und, romantische Frauenträume wurden wahr, es wurde am Strand geheiratet.

Der nächste Tag wurde sehr erlebnisreich. Am Morgen fuhren wir mit dem Boot durch türkisfarbenes Wasser hinaus auf die Insel One Foot Island. - Diese nette kleine Insel hat von oben gesehen die Form eines Fußes; man umrundet sie ruhigen Fußes in etwa 15 Minuten. One Foot Island weist aber noch eine große Besonderheit auf. Im Post Office kann man sich gegen Gebühr einen Stempel in den Reisepaß drücken lassen; es gibt wohl kaum nettere Andenken.

Der Abend wurde auch sehr interessant, denn die Island Show fand statt. Dabei demonstrierte die örtliche Rugby-Mannschaft einige Tänze. Die Kriegstänze wirkten besonders gut wegen der athletischen Statur der Tänzer. Gegen Ende der Show wurden dann noch Tänze mit Fackeln gezeigt, was auch sehr eindrucksvoll war.

Leider verging die Zeit auch auf Aitutaki viel zu schnell und es ging wieder mit dem Flieger zurück nach Rarotonga, um von dort aus vie Papeete nach Bora Bora zu gelangen.

Die erste Besonderheit auf Bora Bora, das zu Französisch Polynesien gehört, war für uns die Landung auf einer kleinen Vorinsel, Motu genannt. Diesmal wurden wir nicht mit dem Taxi abgeholt, sondern mit dem hoteleigenen Boot.

Am Folgetag erkundeten wir ein wenig das Umfeld des Hotels fest. Dabei konnten wir die Preise für Lebensmittel im Supermarkt bewundern (Frankreich + Inselzuschlag XXL); eine 1Liter-Flasche stilles Wasser kostete umgerechnet 1,28€, das 750g-Glas Nutella lag zwischen 7 und 8€, aber Baguettes gab es für 70 Cent das Stück.

Bei einer Inselumrundung mit Hai- und Rochenfütterung sahen wir nicht nur das Wahrzeichen von Bora Bora, den Berg Mont Otemanu, sondern auch Haie und Rochen aus allernächster Nähe. - Es fühlt sich merkwürdig an, wenn einem ein Rochen am Rücken hängt und mit den Flügeln schlägt; die dunkle Oberseite fühlt sich rauh an, die helle Unterseite ist glatt.

Leider mußten wir schon wieder zu zeitig in den Flieger, um nach Papeete zu gelangen.

Angekommen in der Hauptstadt Tahitis sahen wir beim ersten Blick vom Hotel-Balkon auf den Lafayette Beach schwarz, genauer gesagt schwarzen Sand. - Dieser Sand glitzert ganz eigenartig und ist sehr fein, er dringt durch den Stoff der Badesachen und findet sich noch lange nach dem Duschen in den Ohren oder im Taschentuch an.

Dort gingen wir auf einen Delfin-Beobachtungsausflug. Wir hatten auch tatsächlich Glück und fanden eine Gruppe Delfine. In dieser Gruppe war ein Junges, welches ab und zu mit Drehungen aus dem Wasser sprang. 
Eine Weile später konnten wir auch ins Wasser, um mit den Delfinen im offenen Meer zu schwimmen, aber irgendwie hatte die Delfine an diesem Tag der Spieltrieb nicht gepackt. - Mir gelang es, für etwa dreißig Sekunden mit der Gruppe zu schwimmen. Nach der Zeit zogen die Delfine im Tempo an und ich hatte nur noch das Nachsehen. Es strengt übrigens ganz schön an, mit vorgehaltener Kamera und Schnorchel plus Flossen mit Delfinen unterwegs zu sein.

Papeete war die letzte Station unserer Reise, auch dort hätten wir es länger ausgehalten.


Insgesamt war dies eine Traumreise und wir wollten beide nicht nach Hause.
Übrig geblieben sind viele Erinnerungen, die für alle Zeit in unseren Köpfen sind.
Wir wollen auf jeden Fall wieder eine, mindestens eine, Reise in die Südsee unternehmen, es dürfen auch gern die Cook Islands sein. - Die Südsee ist groß und wir werden schon ein Ziel finden; Samoa, Fidshi ...


Vielen Dank an Anja und Thomas, die mir netterweise einige Unterwasserbilder und -videos zur Verfügung gestellt haben.


Haifischfütterung, 17.April 2009




 

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